Auch mal was zu lachen...

 

...in unserem Arbeitsfeld Bewährungshilfe beschäftigen wir uns oft mit den ernsten Seiten des Lebens und der Sozialarbeit - aber manchmal ist es durchaus auch heiter...

(über die Einsendung weiterer kleiner Geschichten aus unserem Alltag freuen wir uns)

 

 

Eine Probandin spricht mit ihrem Mitarbeiter in einer beruflichen Maßnahme über die Besuche ihrer Bewährungshelferin: Immer wenn die Frau S. kommt muss ich soviel denken.

 

Eine besondere Form des Übergangsmanagements:

Ein Proband, dessen Bewährung nach vielem Auf und Ab und intensiven Auseinandersetzungen mit seiner Bewährungshelferin im Widerruf endete, lag eines morgens schlafend, blutend und restalkoholisiert im Wartezimmer der Bewährungshilfe und wartete auf diese.

Seine Worte: "Frau S., begleiten Sie mich auf meinem letzten Gang".

Mit der längst überfälligen Ladung zum Strafantritt ausgestattet stand man sodann wenig später gemeinsam vor dem Tor der örtlichen JVA ... und wurde nicht eingelassen.

Es fehlte sein Personalausweis. 

Ihre Beteuerung, dass der Proband durchaus der sei, der er vorgebe zu sein, hatten keinen Erfolg. Man solle sich an die Polizei wenden. Die Bewährungshelferin sah schon einer langandauernden Odysee mit dem Probanden ins Auge, als sich dieser jedoch erbarmte und einen Personalausweis hervorholte.

Er konnte sodann in den Schoß der JVA übergeben werden... und auch wenn er sich nicht alleine rein traute, raus traute er sich wieder ... und die Geschichte ging gemeinsam weiter.....

 

Ein junger Proband berichtete empört von einem Gespräch mit der Vermieterin: "... die hat gesagt, ich wäre eine Mietmade".

Das Wort "Nomade" kam in seinem Wortschatz nicht vor (oder vielleicht auch nicht im dem der Vermieterin?) 

 

Als es noch Sozialämter anstatt Jobcenter gab, begleitete ein Sozialarbeiter einen Probanden zur Beantragung der Sozialhilfe. Der zuständige Mitarbeiter war kundenorientiert und füllte gemeinsam mit ihnen den Antrag aus. Bei der gestellten Frage: "Sind sie Heimatvertriebener?" mußte der Proband lange überlegen und antwortete dann: "Nein, ich bin damals freiwillig Daheim ausgezogen."

 

Bei einem Erstgespräch wurde die persönliche Situation des noch im Haushalt der Eltern lebenden Probanden mit eigenem Einkommen besprochen. Die Bewährungshelferin stellte die Frage: "Geben Sie von ihrem Einkommen was ab?" Darauf der Proband: "Ihnen?"

 

Ein Kollege übergab beim Erstgespräch dem Probanden auch ein Informationsblatt zum Thema: "Was Sie über die Bewährungshilfe wissen sollten"

Beim nächsten Hausbesuch erkundigte er sich, ob dieser die Information durchgelesen habe  und ob noch Fragen bestünden. Der Proband erklärte, dass ihm soweit alles klar sei, allerdings hätte er doch gerne einen Bewährungshelfer, der auch Außendienst mache. Als der Kollege verwundert fragte wie er darauf komme, dass er keinen Außendienst mache,  zeigte der Proband auf einen Satz in der Information: "Bewährungshelfer/Innen sind Sozialarbeiter/Innen, die bei der Justiz beschäftigt sind"

Der Kollege konnte klären, dass er auch ein Bewährungshelfer/Außen ist und nicht  nur Innendienst verrichtet.